Baumverluste durch Trockenheit in historischen Gärten

von Mario Walther (Kommentare: 0)

Schäden im Millionenbereich

Die Folgen des Klimawandels machen auch vor gut behüteten Gartendenkmalen nicht halt. Durch anhaltende Trockenheit hat allein die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) in den vergangenen drei Jahren bereits Schäden von gut 1,5 Millionen Euro zu verzeichnen.
Vor allem in den Landschaftsparks der STSG haben die Folgen des Klimawandels inzwischen erkennbare Spuren hinterlassen, die nicht mehr zu übersehen sind. In Schlossparks wie Altenstein, Molsdorf, Greiz oder Wilhelmsthal spielen gezielt platzierte Einzelbäume und Baumgruppen eine entscheidende Rolle als gartenkünstlerische Gestaltungselemente. Die seit Jahren anhaltend geringen Niederschlagsmengen haben zu einer dauerhaften Unterversorgung von Bäumen geführt. Dem dadurch entste-henden Stress sind selbst robuste Bäume auf die Dauer nicht gewachsen und sterben ab. In den Jahren 2018 bis 2020 lagen die Verluste mehr als 100 Prozent über dem vorher üblichen Jahresdurchschnitt – gut 600 Bäume gingen seit 2018 auf das Konto der Trockenheit. Die gewohnten Altersverluste von rund 90 Bäumen pro Jahr sind in dieser alarmierenden Zahl nicht enthalten. Selbst bei günstigen Niederschlagsentwicklun-gen werden in den nächsten Jahren weitere Trockenverluste folgen, die aus der jüngeren Vergangenheit resultieren.
Die Klimafolgeschäden bedeuten schon jetzt dramatische Veränderungen in den Gartendenkmalen. Und sie stellen die STSG und ihre Parkteams vor enorme finanzielle und personelle Herausforderungen. Der Umgang mit den Schäden bindet zunehmend Arbeitskräfte und Mit-tel, die dann für die reguläre Pflege fehlen. Allein der Mehraufwand zur Verkehrssicherung ist erheblich – schließlich stellen abgestorbene Äste und Bäume eine Gefahr für die Besucher dar. Um die verlorenen Bäume nachzupflanzen, sind besondere Anstrenungen nötig. Bislang konnten nur kleinere Ersatzpflanzungen durch gelegentliche Spendenprojekte ermöglicht werden.
Parallel zu den akuten Notmaßnahmen arbeitet die STSG intensiv mit Partnern an der Erforschung von langfristigen Lösungen. Innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlösserverwaltungen werden seit län-gerer Zeit Forschungsprojekte verfolgt, darüber hinaus gibt es das „Initi-ativbündnis Historische Gärten im Klimawandel“, das von den Fachver-einen Schlösser und Gärten Deutschland e.V. und Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Gartenkultur e.V. getragen wird. Themen sind bei-spielweise die Klimaresilienz von Pflanzen, aber auch die Verbesserung von Bodenbedingungen und ein denkmalgerechtes Wassermanagement.

Dietger Hagner

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