Aktion des Freundeskreises gegen Ausbreitung eines Neophyten

von Christian Wonitzki (Kommentare: 0)

In Abstimmung mit der Parkverwaltung ist unser Freundeskreis Greizer Park e.V. gegen die Ausbreitung des Drüsigen Springkrautes im Fürstlich Greizer Park vorgegangen. Diese nicht heimische Pflanze ist in unsere Breiten eingewandert ("Neophyt") und besitzt eine erhebliche Verdrängungswirkung für einheimische Pflanzenarten.

Im Bereich Krümmebach/Hammerwiesen wurden die Pflanzen per Hand ausgerissen. Damit soll einerseits der Wiederaustrieb der einzelnen Pflanze in der nächsten Vegetationsperiode verhindert werden, vor allem aber geht es darum, Blüte und Samenbildung zu vermeiden. Denn das Invasionspotential dieser vor allem an Gewässerufern zunehmend verbreiteten Pflanze kommt insbesondere durch ihre Fähigkeit zustande, sich über enorme Samenmengen zu verbreiten.  

Das Drüsiges Springkraut (auch Indisches Springkraut, Impatiens glandulifera) ist (leider) wegen seines reichen rosa-weiß-farbenen Blütenflors eine durchaus beliebte Pflanze für Blumengärten. Das kann allerdings fatale Folgen haben. Denn dieser Neophyt bleibt nicht in den Gärten, sondern verbreitet sich rasch in die freie Natur und verdrängt durch sein invasives Potential vorwiegend an feuchten, wasserberührten Standorten heimische Pflanzenarten, sogar Brennnesseln.

Das Springkraut ist eine einjährige Pflanze, die bis zu 2 m hoch werden kann und lange blüht (Juni - Oktober). Eine einzelne Pflanze produziert mehr als 2.000 Samen/Jahr, die bis zu 6 Jahren keimfähig bleiben. Bei der leisesten Berührung der reifen Schoten wird der Samen bis zu 7 m weit geschleudert. Außerdem treibt die Pflanze an Abknickstellen oder beim zu hohen Abschneiden über dem Boden wieder aus (Wiederbewurzelung der Sproßknoten).

Bekämpfungsmaßnahmen müssen deshalb diese Eigenschaften berücksichtigen, wenn sie Aussicht auf Erfolg haben sollen. Das vegetative Pflanzenmaterial muss ausgerissen oder bei großen Beständen bodennah abgemäht werden. Unbedingt vermieden werden muss die Samenbildung durch Entfernung der Pflanzen kurz vor oder während der beginnenden Blüte.  Samenschoten dürfen sich noch nicht entwickelt haben! Und: Die Bekämpfungsmaßnahmen sollten wiederholt in einer Vegetationssaison und auch wenigstens zwei bis drei Jahre in Folge durchgeführt werden.

Insbesondere die Feuchtbereiche in den Hammerwiesen nahe des Krümmebachs sind inzwischen bereits mit zahlreichen Plflanzenpulks des Drüsigen Springkrautes durchsetzt. Dort fand unser Arbeitseinsatz statt und damit zu großen Teilen in "schwierigem Gelände" - wir mühten uns im Bachbett und in den angrenzenden Brennnessel- und Staudenfluren.     

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