Nachrichtenarchiv 2018

Frühling?

Die zahlreichen Schneebruch- und Sturmschäden an den Bäumen des Fürstlich Greizer Parks sind inzwischen von Fachfirmen beseitigt worden. Die Schmuckbeete im Blumengarten und im Pleasureground präsentieren sich in farbenprächtigem Frühjahrsschmuck. Viel gärtnerisches Können ist gefragt, um die geradezu filigranen Pflanzmuster exakt zu erzeugen. Auch die Blumenuhr hat ihre Zeiger nach Reparatur wieder, nachdem diese im Winter dem Vandalismus dumpfer Typen zum Opfer fielen. Der etwa 150 Jahre alte Tulpenmagnolienbaum am Parkeingang erblühte wie in jedem Jahr in verschwenderischer Fülle, hat aber durch die teils frostigen Apriltage sichtbar Schaden genommen.   

Angekündigt wurde durch die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten erfreulicherweise, dass Sanierung und Umbau des Parkgewächshauses bevorstehen (s. „Schlösserwelt Thüringen“, Herbst/Winter 2018/19, S. 24 - 26, als Download unter https://www.thueringerschloesser.de/de/service/service/downloadbereich.html verfügbar).

Damit soll das bereits 1779 errichtete Orangeriegebäude (in der historischen Abbildung das unauffällige weiße Gebäude vis-à-vis der Weißen Elster, aus dessen Schornsteinen Rauch aufsteigt), das nach dem verheerenden Hochwasser von 1799 zunehmend zweckentfremdet, umgebaut und umgenutzt wurde in seinem ursprünglichen Erscheinungsbild wieder entstehen und für den Parkbetrieb, u.A. mit Warm- und Kalthausabteil, zur Verfügung stehen.

Ein ähnliches Engagement der Stiftung wünschte man sich für die Rotunde. Dort seit längerem bestehende massive Dach- und Mauerwerksschäden lassen Schlimmes befürchten. 1926 wurde das 1787 errichtete und ehemals für die fürstliche Porzellansammlung genutzte Gebäude zum Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges umgebaut. Der 100. Jahrestag seiner Einweihung 2026 wäre gewiss ein guter Grund für eine gründliche Sanierung des historischen Bauwerks.     

Hingewiesen werden soll an dieser Stelle bereits auf naturkundliche Führungen im Fürstlich Greizer Park, die der Freundeskreis organisiert:

  • Sonntag, 19. Mai 2019, 10 Uhr: Das Majalis-Orchideenmeer in den „Hammerwiesen“ wird vorgestellt.
  • Pfingstmontag, 10. Juni 2019, 6 Uhr: Vogelstimmenführung im Park und bis nach Waldhaus.
  • Sonntag, 21. Juli 2019, 10 Uhr: Schmetterlingswanderung im Park.

Die Veranstaltungen werden regional bekannt gemacht.    

  

Historische Parkfotos gesucht

Im Fokus: Die Fürstenquelle

Über die regionale Presse warb die Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten um die Bereitstellung historischer Fotos zum Park. Man verspricht sich dadurch Informationen zur denkmalgerechten Gestaltung bzw. Wiederherstellung einzelner Parkbereiche und -objekte. Denn trotz zahlreicher archivalischer Quellen zum Fürstlich Greizer Park fehlen für einzelne Fragestellungen notwendige Dokumente zum historischen Vorbild.

Das trifft u.a. für die 2017 vorgesehene Restaurierung der "Fürstenquelle", gelegen ein paar Meter südlich der wiederhergestellten "Seufzerallee"-Brücke, zu. Hier wurde ein besonderes Kleinod des Parks quasi wieder entdeckt, ein kleines in Sandstein gefasstes Wasserbecken mit Treppe und Wasserzulauf, das vielleicht einmal zur Abkühlung bei sommerlichen Spaziergängen diente. Die Natursteinfassung des Beckens muss neu aufgesetzt, die Metallteile restauriert und der Zufluss des Wassers ermittelt werden. 

Christa Bretschneider, eine viele Jahre für den Greizer Park tätige Gartenarchitektin, beschrieb die Lokalisation im Amtlichen Parkführer von 1995 sehr bildhaft: "Wir sind hier an einem sehr romantischen Fleckchen angekommen, das an die Stimmungsszenerie der früheren Landschaftsgärten erinnert und sicher auch aus diesem Zeitempfinden heraus entstanden ist, lange Zeit vor dem Landschaftspark." 

Zusendungen von Quellenmaterial bitte richten an die Parkverwaltung Fürstlich Greizer Park, Parkgewächshaus 1, 07973 Greiz, Tel. 03661-6123570, Email: parkverwaltung@greizerpark.de.

[Christian Wonitzki]

Ufer des Parksees freigestellt

Freier Blick auf den Parksee

Rundherum um den reichlich 8 ha großen Parksee haben die Gärtner der Parkverwaltung in den letzten Wochen den Gehölzaufwuchs gründlich entfernt. Insbesondere Weiden- und Erlen-Wildwuchs macht sich hier regelmäßig breit und stört gerade an den Parkbänken den Blick auf das Wasser.

Nun gibt es im wahrsten Wortsinn beste Aussichten für die neue Saison im Fürstlich Greizer Park.

[Christian Wonitzki]

Blumenuhr wieder bunt

Blumenuhr neu bepflanzt

Nun ist es so weit, der Fürstlich Greizer Park wird immer bunter. Der Winterschlaf ist nun endlich vorbei und erste Knospen und Blüten zeigen sich. Auch die Parkgärtner haben ihre Winterarbeiten beendet. Erste Pflanzarbeiten wurden durchgeführt. So können alle Besucher die Neubepflanzung der Blumenuhr bewundern. Aber auch an anderen Stellen im Park wird gepflanzt. Die Wiesenflächen im südlichen Teil werden gepflegt und von den Hinterlassenschaften des Winters befreit. Bänke laden wieder zum Verweilen ein, so dass man das schöne Frühlingswetter genießen kann. An Arbeit mangelt es den Parkgärtnern wahrlich nicht. Täglich besuchen Hunderte von Gästen den Park und genießen die schöne Umgebung. An den Wochenenden können das sogar noch ein paar mehr Besucher sein.

Frühjahrsbepflanzung im Fürstlich Greizer Park

Blumenfächer entsteht neu

Der größte Teil der Frühjahrsbepflanzung im Fürstlich Greizer Park ist schon geschafft und erfreut mit seiner Farbenpracht die Besucher. In dieser Woche steht eines der Prunkstücke der Anlage im Mittelpunkt - der Blumenfächer vor der Südfassade des Sommerpalais. Zunächst wird er mit neuen resistenten Buchsbaumpflanzen umrandet. Die bisherigen Pflanzen hatten infolge des Hochwassers 2013 einen Pilzbefall erlitten.

Für die Pflanzung haben die Gärtner Schablonen angefertigt, um die der Buchs gepflanzt wird. In die frei bleibenden Felder werden noch vor Ostern Stiefmütterchen in verschiedenen Farben gepflanzt. Komplett ist das Beet aber erst, wenn nach historischem Vorbild die Randeinfassung aus rotem Ziegelsplitt um das Beet gelegt wird. Das wird nach Ostern passieren. Abschließend wird mit Rollrasen der Übergang zur fein modellierten Rasenfläche des Blumengartens geschaffen.

Die Erneuerung des Blumenfächers ist Teil der umfangreichen Wiederherstellungsarbeiten nach dem verheerenden Hochwasser 2013. Damals waren weite Teile des Fürstlich Greizer Parks mit den kurz zuvor restaurierten Arealen des Pleasuregrounds und des Blumengartens verwüstet worden. Die Wiederherstellung wird vollständig aus den von der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Thüringen bereitgestellten Mitteln des Aufbauhilfefonds zur Beseitigung der Hochwasserschäden finanziert.

Abbildung: Pflanzung von Buchs am Blumenfächer im Fürstlich Greizer Park, Foto und Text: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Anja Riemann

 

Blumenfächer

Neu: Schilder und viel Informationen für fünfzehn Bäume des Fürstlich Greizer Parks

Baumschilder mit QR-Code stehen

Heute stellte unser "Freundeskreis Greizer Park" sein jüngstes fertiges Projekt vor - an 15 Bäumen findet der Parkbesucher nun ein Schild mit Basisinformationen zum jeweiligen Baum (deutscher und wissenschaftlicher Name, Alter, ausgewählte Attribute). Das Besondere dabei: Auf jedem Schild gibt es einen QR-Code, über den man auf diese Internetseite und direkt zu weiteren ausführlicheren Informationen zur jeweiligen Baumart gelangt (s. Rubrik "Baumwanderpfad"). Wissenswertes über Botanik, Geschichte, Herkunft, Nutzung, Mythen und vieles andere ist auf diese Weise leicht zu erfahren. 

Die beschilderten Bäume stehen verstreut im gesamten Park, so dass man bei einem Kennenlern-Rundgang der 15 Bäume (s. dazu interaktive Karte in der Rubrik "Baumwanderpfad") gleichzeitig große Teile des Parks erleben kann. Als Beispiele seien genannt: 

  • Amerikanischer Tulpenbaum (am Ostgiebel des Sommerpalais)
  • Urweltmammutbaum (im Pinetum)
  • Sumpfzypresse (am östlichen Parkseeufer)
  • Winterlinde (Seufzerallee)

Besonders bedanken möchten wir uns bei der Sparkassenstiftung Gera-Greiz, durch deren großzügige Förderung unser Projekt erst möglich wurde.

[Christian Wonitzki]

Blütenpracht im Fürstlich Greizer Park

Beginn der Sommerblumenbepflanzung

Rechtzeitig zu den Thüringer Schlössertagen zu Pfingsten, an denen sich auch das Sommerpalais im Fürstlich Greizer Park mit diversen Veranstaltungen beteiligt, wird die Beetbepflanzung im Umfeld des Sommerpalais auf den Sommerflor umgestellt. Anklänge einer rot-lila-weißen Farbkombination sind im Blumengarten zu sehen, wo Blumenfächer und Blumenkorb bereits bepflanzt worden sind. Der Blumenfächer mit seinen rotblühenden Pelargonien, weißem Steinkraut und lila Heliotrop erhält abschließend eine Umrahmung aus Rollrasen. Zum Schluss fügen die Parkgärtner roten Ziegelsplitt als Beeteinfassung ein, der nachweislich zu Zeiten der Gärtner unter Rudolph Reinecken am Anfang des 20. Jahrhunderts verwendet worden war. Insgesamt werden in den Beetanlagen des Fürstlich Greizer Parks in diesem Jahr 6 650 Sommerblumen gepflanzt, von denen ein Drittel selbst angezogen wird.

Die reiche Ausstattung des schlossnahen Parkareals mit kunstvollen Blumenbeeten, die durch exotische Orangeriepflanzen wie Palmen ergänzt wurden, geht zurück auf die letzte umfangreiche Umgestaltung der Parkanlage durch den Hofgärtner Rudolph Reinecken ab 1873. Die Anlage wurde 2009 als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft.

Fotos:

- Fürstlich Greizer Park, Einsetzen der Strelitzie, Foto: Anja Riemann

- Fürstlich Greizer Park, neu bepflanzter Blumenfächer im Blumengarten, Foto: Anja Riemann

[Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten]

Vielfalt erleben bei Führungen durch den Fürstlich Greizer Park

Orchideen, Vogelwelt, Parkgeschichte und -gegenwart

Mit mehreren Führungsangeboten startete unser Verein in den Frühling 2017. Die Premiere sollte das "Orchideen-Meer" in den Hammerwiesen bilden - dort waren wieder tausende Exemplare des Breitblättrigen Knabenkrautes erblüht. Ein kräftiger Landregen machte leider einen Strich durch die Rechnung - aber viele Besucher wissen inzwischen um diese Attraktion des Parks, sodass es an Interesse und vielen Fotoklicks nicht fehlt.

Seit vielen Jahren hat die traditionelle Vogelstimmenführung zu Pfingsten einen treuen Anhängerkreis, in den sich regelmäßig auch Neulinge mischen. Harald Lange und seine Ornithologenfreunde vermittelten auch in diesem Jahr wieder eine interessante Mischung aus Hör- und Sichterlebnissen sowie viel Wissenswertes aus der Vogelkunde. Erstmals konnte 2017 im Park eine Turmfalkenbrut nachgewiesen werden; bemerkenswert ist auch die Brut von inzwischen fünf Graureiherpaaren am Parksee. Die Mandarinente, ein Neozoon (eingewanderte Tierart), brütet nunmehr auch im Park. Und wussten Sie, dass die Singdrossel gemäß ihres lateinischern Namens ein "philosophierender Sänger" ist?

Von ganz besonderer Qualität war schließlich die Spezialführung am 9. Juni 2017. Während des zweistündigen Rundgangs erläuterte Dipl.-Ing Dietger Hagner (u.a.) die wichtigsten historischen Wandlungen in der Parkgestaltung, wartete mit neuen Erkenntnissen zum Wirken der bedeutenden Akteure Petzold und Reinecken auf und schilderte die vielfältigen Aspekte beim Umgang mit den alten Alleen des Greizer Parks. Bei der Diskussion zum Thema abgestorbene Bäume und den verbleibenden Torsos wurde deutlich, welche hohen Anforderungen an den Erhalt bzw. die Verwendung standortgemäßen Pflanzenmaterials in einem denkmalgeschützten Park gelten. Herr Hagner informierte schließlich zu den Vorhaben, die 2017 im Park anstehen. Der Parkbesucher wird sich insbesondere auf die Wiederherstellung der zweiten Seufzerbrücke nach historischem Vorbild freuen können.

[Christian Wonitzki]

Sturmschäden an Bäumen

Bäume fallen Starkwinden zum Opfer

Stürmisches Wetter hat an einigen Bäumen im Fürstlich Greizer Park solchen Schaden angerichtet, dass wohl nur die Fällung der betroffenen Bäume infragekommt.

Bei einer Linde an der Ostseite ist ein riesiger Ast im Zwiesel (Baumgabelung) abgebrochen, verursacht durch massiven Pilzbefall. Glücklicherweise landete der Ast in einer Strauchgehölzgruppe und nicht auf dem nahen Weg.

Totalschaden gab es bei einer Erle, die direkt am Westufer des Sees stand. Der gesamte Baum samt Wurzelteller liegt nun im Wasser. Gleich nebenan ist bei einer äußerlich gesunden Eiche ein Hauptast abgerissen und liegt nun ebenfalls im See.

In allen Fällen muss die Beräumung über eine Fremdfirma erfolgen, da die Parkgärtner nicht über die notwendige Technik verfügen.

[Christian Wonitzki]

Tausende Feuerwanzen sonnen sich in der Seufzerallee

Lindenbäume bieten Überraschendes

Auffällige „rote Versammlungen“ an den Linden der Seufzerallee bieten dem aufmerksamen Parkspaziergänger einen optisch eindrucksvollen  Einblick in die Mikrowelt der Feuerwanzen. Denn diese bevölkern zur Zeit massenhaft besonnte Areale der Lindenstämme in der Seufzerallee - ein durchaus dekorativer Effekt.   

Die Gemeine Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) gehört zu den Feuerwanzen (Pyrrhocoridae) und ist in Mitteleuropa verbreitet. Oft wird diese Wanzenart fälschlicherweise für einen Käfer gehalten.

Die Gemeine Feuerwanze erreicht eine Körperlänge von bis zu 12 mm und hat eine auffällige schwarz-rote Färbung, auch als Warntracht bezeichnet. Die Nymphen kann man an ihrem überwiegend rot gefärbten Hinterleib erkennen, auf dem sich nur entlang des Rückens mehrere kleine schwarze Flecken befinden.

Nach der Überwinterung, die meist im Boden stattfindet, erscheinen die Feuerwanzen in der Regel Mitte März wieder an warmen und sonnigen Tagen, um sich in teils großen Gruppen - bevorzugt am Fuß von Linden, Robinien oder anderen Bäumen - zu sonnen. Über einen Duftstoff (Pheromon) zeigen sie sich gegenseitig gute Nahrungsquellen an. So kommt es, dass die Tiere sich manchmal z.B. an und unter Linden in großen Scharen (Aggregationen) aufhalten.

Die Tiere saugen an herabfallenden Samen der umgebenen Pflanzen, gelegentlich auch an Insekteneiern, toten Insekten und Wirbeltieren. Auch Kannibalismus ist dokumentiert.

Unter gärtnerischen Gesichtspunkten gelten Feuerwanzen als unschädlich, werden aber wegen ihres massenhaften Auftretens manchmal als sogenannte Lästlinge verfolgt.

Wie alle Wanzen gibt auch die Feuerwanze ein übel riechendes Abwehrsekret ab, wenn sie sich bedroht fühlt. Man sollte Pyrrhocoris apterus daher nicht in die Hand nehmen.

[Christian Wonitzki]

Historisches aus dem Parkleben

Parkansichten von früher

Immer ansehenswert sind historische Aufnahmen aus dem Fürstlich Greizer Park. Hier eine kleine Auswahl:

  • Prospekt von 1799: Zu sehen sind Sommerpalais und Küchenhaus mit dem „Obergreizer Lustgarten“, im Hintergrund das Obere Schloss. Das Bild muss kurz vor dem verheerenden Hochwasser desselben Jahres entstanden sein, dabei wurde der damalige Barockpark komplett verwüstet.
  • Bild von 1840: Der „Binsenteich“, der heutige Parksee. Ihn gab es als Nutzgewässer mit geraden Ufern schon lange bevor er in die Parkgestaltung einbezogen wurde (Petzold, Reinecken, 1873). Übrigens war der "Obergreizer Lustgarten" erst 1830 für die Öffentlichkeit freigegeben worden - unter der strikten Verhaltensmaßgabe, dass diejenigen, „welche sich unanständig und ungesittet betragen sollten, wohin das Tabakrauchen, Singen und Schreien gerechnet wird, gepfändet, hinausgewiesen und nach Umständen arretiert werden sollen.“
  • Foto nach 1873: Im Zuge der Umgestaltung des Pleasuregrounds um 1873/74 nach einem Plan von Reinecken fand sich eine der alten Winterlinden der historischen Allee entlang der Weißen Elster (Parkeingang zum Sommerpalais) mitten in einem neu angelegten Weg wieder (s. grüner Pfeil im Foto). Fürst Heinrich XXII. soll ausdrücklich einer Fällung nicht zugestimmt haben, so dass der Baum auf seinem exponierten Platz blieb. Erst dem Elster-Hochwasser von 1954 ist er zum Opfer gefallen. Nach dem denkmalpflegerischen Leitbild der Wiederherstellung bzw. Bewahrung des historischen Vorbilds steht nun heute eine neue Linde an dieser Stelle und verwundert wohl manchen Parkbesucher.
  • Foto 1930er Jahre: Ein Motiv aus der „Seufzerallee“, es könnte von heute stammen.
  • Foto 1950: Mitten auf der seit 1986 als Flächennaturdenkmal geschützten Orchideenwiese fand anlässlich des 300-jährigen Jubiläums des Greizer Parks eine Großveranstaltung statt! Aber es kam noch heftiger: Ab 1975 wurde in den Hammerwiesen eine Kläranlage für das neu entstandene Wohngebiet Reißberg eingerichtet, die erst 1998/99 nach dem Bau der zentralen Kläranlage weitgehend zurückgebaut worden ist.
  • Foto 1953: Die Luftbrücke hat in ihrem Leben mehrere Gestaltungen erlebt. Schüler der Greizer Baufachschule zimmerten 1953 im Rahmen des „Nationalen Aufbauwerks“ eine Holzkonstruktion, die immerhin dem Hochwasser im Folgejahr widerstand.

Quellenangaben:

  • Arenhövel, Winfried: Greiz. Die Perle des Vogtlandes, Sutton Verlag Erfurt 2004
  • Wolfgang Mecir, Greiz
  • Rose, Hans: Der Park von Greiz, Denkmalpflege und Heimatschutz, X (1936), 281

[Christian Wonitzki]

1954: Erste Bepflanzung der neuen Blumenuhr

Erinnerung an Gärtnermeister Willi Zeiß

Zahlreiche Gärtner haben in den letzten Jahrzehnten dazu beigetragen, dass der Fürstlich Greizer Park seine Einmaligkeit bewahren konnte, Umgestaltungen und Verluste sich in Grenzen hielten. Einer von ihnen war Willi Zeiß, geboren vor 105 Jahren 1912 in Greiz.

1926 begann Willi Zeiß eine Gärtnerlehre und arbeitete fortan im Greizer Park und anderen Grünanlagen der Stadt. Ende der vierziger Jahre übernahm er von Gartenmeister Scholz die fachliche Leitung des Parks und die Gärtnerei, seit 1958 durfte er sich Gärtnermeister nennen.

Mit der Person Willi Zeiß verbindet sich auch die erste Bepflanzung der neuen Blumenuhr (damals noch mit einem mechanischen Laufwerk) am Parkeingang Brückenstraße. Wenige Wochen später zerstörte das 1954er Hochwasser der Weißen Elster diese gartenkünstlerische Attraktion.

Übrigens war die Blumenuhr damals noch eckig. Im Rahmen des BUGA-Begleitprojektes zur Umgestaltung des Park-Haupteingangs wurde die neue Uhr 2007 räumlich etwas verlagert und bekam eine runde Form.

Ein Leben für den Greizer Park - Willi Zeiß´ Engagement und Leistungen für unseren wunderschönen Landschaftspark lassen sich so gewiss gut beschreiben.

(Teilweise übernommen aus dem Vogtlandspiegel/Antje-Gesine Marsch - Danke dafür)

[Christian Wonitzki]

Anmutige Bleiwurz-Hochstämmchen zieren den Efeustern am Sommerpalais

Gärtnerkönnen und -geduld gestalten den Efeustern

Sechs anmutige Bleiwurz-Hochstämmchen umrahmen den Efeustern zwischen Sommerpalais und Küchenhaus. Ein Hingucker sind sie vor allem wegen ihrer vergissmeinnichtblauen Blütenstände, die nicht nur die Parkbesucher erfreuen, sondern auch bei Schmetterlingen beliebt sind. 

Vor etwa 15 Jahren startete Frau Döhla, eine der langjährigen und erfahrensten Gärtnerinnen des Parkteams ihr mühevolles und zugleich kreatives Vohaben, aus Stecklingen des Bleiwurz durch konsequentes Schneiden und Fixieren Hochstämme zu formen. Normalerweise hat der ursprünglich aus Südafrika stammende Bleiwurz (Plumbago auriculata Lam.) ein buschförmiges Outfit. Und es braucht Jahre, bis daraus eine stabile, von verholzten Stämmchen getragene Krone entwickelt ist.

Den besonderen Reiz dieser perfekt in das Ambiente des "barocken" Blumengarten passenden Hochstämme bildet ihr blauer Blütenflor. Über mehrere Monate erblühen immer wieder neue Blütenstände, die wegen klebriger Drüsen im Blütenkelch auch kleine Insekten fangen können.

Den Winter verbringen die Bleiwurz-Stämmchen in ihren Töpfen im Kalthaus am Parkgewächshaus. Sie sind nicht frosthart, brauchen aber die Winterkälte für einen kräftigen Austrieb im Frühjahr. Mit Blei (lat. "Plumbum") hat die Pflanze aber nichts zu tun.

[Christian Wonitzki]

Park-Führungen zu Orchideen und Vogelstimmen mit über 60 Teilnehmern

Zwei Veranstaltungen im Fürstlich Greizer Park, organisiert von unserem Freundeskreis Greizer Park e.V., lockten zu Pfingsten bei herrlichem Sonnenwetter zahlreiche Teilnehmer an.

Fachkundige Erläuterungen zum Breitblättrigen Knabenkraut und die Nahperspektive beim Blick durch das Spektiv fanden am Pfingstsonntag guten Zuspruch. Eckhard Titz vom Naturschutzbund Deutschland, Ortsgruppe Zeulenroda, informierte u.A. darüber, dass alle etwa 50 Orchideenarten in Thüringen bedroht sind. Umso erfreulicher ist, dass der Majalis-Bestand in den "Hammerwiesen" seit Jahren dank spezifischer Pflege stabil bleibt. Anliegen solcher Präsentationen ist es auch, für Fragen des Naturschutzes zu sensibilisieren, im besten Fall Mitmacher für praktische Naturschutzarbeit zu gewinnen. So war es schön zu erleben, wie auch einige Kinder durch das aufgebaute Spektiv neugierig die herrlichen Blütenstände bestaunten.

Die traditionelle Vogelstimmenführung einen Tag später, auch bei herrlichem Sonnenwetter, lieferte Hör- und Sichtbegegnungen mit 35 Vogelarten sowie viel Wissenwertes zur Avifauna des Greizer Parks. Hartmut Lange, ein erfahrener Greizer Ornithologe führte eindrucksvoll zahlreiche gefiederte Parkbewohner vor und wusste viele Begleitinformationen zu vermitteln. Belohnt wurden die Teilnehmer der Führung auch durch die üppige Blütenpracht im Park, die sich momentan zeigt. Rhododendren, Robinien, Maaks Heckenkirsche, rot- und gelbblühende Kastanie und die ersten Blüten des Tulpenbaums seien beispielhaft genannt.  

Rund um die Majalis-Orchidee und Besuch aus Reichenbach

Reichlich zwanzig Zuhörer und viele Hinzukommende lauschten am 19. Mai den - ja, man kann es ruhig „Geschichten“ nennen, die Lutz Müller, exzellenter Parkkenner und vielseitiger Naturexperte zum „Orchideenmeer“ zu erzählen wusste. Warum gibt es diese Orchideenwiese heute überhaupt und was ist für ihren Erhalt wichtig?

Waldrodungen und Landnutzungen mit passenden Auswirkungen bildeten die Voraussetzungen für die Etablierung des Bestandes des Breitblättrigen Knabenkrautes in den Feuchtwiesen an der Hammerscheune. 2500 bis 3000 Exemplare zählte der Bestand, als 1986 die Unterschutzstellung des Areals als Flächennaturdenkmal (FND) problemlos den damaligen Kreistag passierte, heute sind es fünfstellige Bestandszahlen. Ein strenges Mahdregime, das die Samenreifung und damit die Vermehrung der Orchideen sicherstellt, ausreichende Bodenfeuchtigkeit und die Vermeidung jeglichen Nährstoffeintrags sind die hauptsächlichen Faktoren für das Fortkommen der Majalis-Orchidee.

Weiteres Wissen zur Pflanzenwelt des Fürstlich Greizer Parks wurde im Verlauf einer anschließenden kleinen Parkwanderung noch vermittelt, und dabei z.B. die zweite, im Park etablierte Orchideenart, das Große Zweiblatt und der üppig blühende Schneeglöckchenbaum vorgestellt.

Eine lohnende Veranstaltung dank Lutz Müller!

Zwei Tage zuvor konnte unser Freundeskreis Mitglieder des „Fördervereins Parkanlagen der Stadt Reichenbach“ unter Leitung seines Vorsitzenden Prof. Dr. Peter Tillack zu einer Führung durch den Fürstlich Greizer Park begrüßen. Almut Kaul, Vorstandsmitglied des Freundeskreises Greizer Park e.V., berichtete kompetent, vielseitig und anschaulich zu Geschichte, Bäumen und Gärtnerarbeit und eröffnete im wahrsten Sinne des Wortes den Blick für die Schönheiten des Parks.     

Bäume: Pflege, Nachwuchs und Bewohner

Bäume: Pflege, Nachwuchs und Bewohner

Mit aufwändiger Technik wird momentan der Baumbestand des Parks gepflegt. Neben Entnahmen von geschädigten Exemplaren in der Bahnmaskierung geht es vor allem um das Entfernen von Totholz, das Auslichten und die Kronengestaltung.

Endlich ist nun auch der Stumpf eines großen, schon im Sommer 2016 abgebrochenen Astes der Hängebuche versorgt worden. Es wäre jammerschade, wenn dieser prägende Baum nahe des Parkeingangs als Folge dieser offenen Wunde z.B. durch eine Pilzinfektion Schaden erleiden würde.

Unweit des goldenen Seufzer-Brückchens sind vor einigen Wochen zwei junge Roteichen punktgenau an die Stelle ihrer gefällten bzw. gerodeten Vorgängerexemplare gepflanzt worden. Dieses denkmalpflegerische Prinzip des standortgenauen Ersatzes von Baumverlusten kann man bereits an mehreren Stellen im Park beobachten.

Um die reichhaltige Vogelwelt im Greizer Park kümmern sich ehrenamtliche Greizer Naturschützer vom NABU. Neben der Erfassung der Vogelarten und des Brutgeschehens müssen die Nisthilfen gereinigt, repariert oder ersetzt werden. Kürzlich wurden 32 neue Nistkästen aufgehängt, 80 gibt es insgesamt. Diese Aktion stand auch im Zusammenhang mit den Baumfällarbeiten an der Bahnmaskierung, da deswegen einige Kästen umgehängt werden mussten. 

Für Kontakte mit dem Naturschutzbund Deutschland stehen zur Verfügung: Torsten Franke (Tel. 0172-6035968) und Marianne Soerensen (Tel. 0176-49149075).    

Premiere für einen musikalischen Parkspaziergang

Zu einem musikalischen Parkspaziergang hatte am 26. August 2018 die Männerchorgemeinschaft Greiz eingeladen und etwa einhundert Gäste waren gekommen. An acht Stationen im Fürstlich Greizer Park boten die Chormitglieder unter Leitung von Markus Dietzsch eine Mischung traditioneller Lieder, dabei auch das von Gotthold Roth verfasste lokalpatriotische "Greiz - teure Heimat".

Über viele Jahre hinweg existierte das traditionelle Morgensingen vor dem Sommerpalais, ähnliche Auftritte absolvierte der Chor auch im Goethepark und im Schanzengarten. Nun hatte man sich etwas Neues ausgedacht: Chormitglieder und Zuhörer wanderten von der Eröffnung unter den Schirmplatanen am Parkgewächshaus über die Rotunde, das Rindenhaus, drei Stationen am Parksee und die Luftbrücke bis zum Abschluss am Sommerpalais. Auf diese Weise konnten die Besucher gleich noch ein Parkerlebnis genießen, und dies bei angenehmem Sommerwetter. Ulrich Zschegner, der die Auftritte moderierte, steuerte zahlreiche, vor allem historische Informationen zum Fürstlich Greizer Park bei. Reichlich Beifall war der Lohn für die Leistungen des Chores während der über zweistündigen Tour durch den Park.

Die Männerchorgemeinschaft Greiz in der heutigen Form gibt es seit 2004. Damals schlossen sich die Männerchöre Greiz-Mitte und Greiz-Politz zur jetzigen Formation zusammen. Ulrich Zschegner verriet auch, dass man für das nächste Park-und Schlossfest gemeinsame Auftritte mit Gastchören im Fürstlich Greizer Park plane.        

Die Welt der Schmetterlinge im Greizer Park nahe gebracht

Stolze 49 Teilnehmer zählte die Runde der Besucher, die Naturexperte Lutz Müller am 15. Juli 2018 auf einen zweistündigen Rundgang im Fürstlich Greizer Park mitnahm, um Einblicke in dessen Schmetterlingsfauna zu vermitteln. Der exzellente Parkkenner hatte aber auch zu vielen weiteren Tier- und Pflanzenarten Wissenswertes zu berichten, einschließlich mancher Geschichte aus DDR-Zeiten, als um die Bewahrung wichtiger Naturräume im Hammerwiesenareal mit oft unorthodoxen Mitteln gekämpft wurde.       

45 Tagfalterarten hat Lutz Müller in den Hammerwiesen bisher ermittelt; in Deutschland zählt man 142 Arten, weitere 40 steuert die alpine Region bei. Und so entdeckten die Teilnehmer der Führung neben Allerweltsarten wie Kohlweißling, Zitronenfalter und Tagpfauenauge auch zahlreiche Vertreter weniger häufiger Arten: Kaisermantel, Admiral, Landkärtchen (jetzt im dunklen „Sommerkleid“), Schachbrettfalter, Ochsenauge, Hauhechel-Bläuling, Goldene Acht u.a.m. Hinzu kamen verschiedene Libellenarten, die von der geänderten Bewirtschaftungsweise des Parksees profitieren und zahlreicher als früher auftreten.

Lutz Müller erzählte auch die spannende Geschichte der Dreierbeziehung von Dunklem Wiesenknopf, der spezifischen Futterpflanze für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling und Ameisen, die von Flüsterlauten der Schmetterlingspuppen genarrt werden und diese wie Königinnen pflegen. Ganz praktische Konsequenzen hat diese fragile Verbindung für das Pflegeregime der Parkwiesen, die zum Reifen der Wiesenknopfsamen erst im Spätsommer gemäht werden dürfen.

Ein großes Dankeschön übermittelt der Freundeskreis Greizer Park e.V. an Lutz Müller für diese sehr gelungene und gehaltvolle Führung, mit der ein weiteres Mal der Naturwert des Fürstlich Greizer Parks unter Beweis gestellt wurde.         

Karikaturen-Ausstellung im Sommerpalais

Blumenuhr und Parkbänke warten auf den Frühling

Trotz wenig frühlingshafter Witterung startete die Blumenuhr des Fürstlich Greizer Parks vor Ostern in die neue Saison. Stiefmütterchen prägen traditionell die Frühjahrsbepflanzung. Auch die schönen weißen Parkbänke im historischen Stil haben ihr Winterquartier verlassen und laden in der Umgebung des Sommerpalais zum Verweilen ein.

Nicht nur Erfahrung, sondern vor allem genaues Maßnehmen ist gefordert, wenn die Blumenuhr-Bepflanzung so gelingen soll, wie sie sich auch jetzt wieder darstellt. Sabine Döhla und Sabine Schurz von der Parkverwaltung können das, wie man sieht. 1954 in eckiger Form von Willi Zeiß erstmals gestaltet wurde der Blumnuhr anlässlich der Umgestaltung des Parkeingangs zur BUGA 2007 eine runde Form gegeben.

Im Umfeld des Sommerpalais, im barocken Parkteil mit Blumengarten und Pleasureground, tragen weiß lackierte Parkbänke im historischen Stil zur Aufwertung des vornehmen Parkambientes bei. Die Bänke des Modells "Greiz" überwintern geschützt; erst im Frühjahr zieren sie wieder die gelb besandeten Wege und Plätze. Die meisten dieser Parkbänke wurden gespendet, auch unser Freundeskreis hat bereits drei Exemplare finanziert.

Zu hoffen ist, dass es keine mutwilligen Beschädigungen oder Schmierereien an den Bänken gibt - wie leider in der Vergangenheit schon geschehen.