Paradies für Vogelfreunde

Schon immer war der Fürstlich Greizer Park mit seinem See, früher als Binsenteich bezeichnet, ein Anziehungspunkt für Vogelfreunde. Die ältesten bekannten vogelkundlichen Nachweise stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind vor allem mit dem in Gera lebenden Ornithologen Karl Theodor Liebe (1828 – 1894) und seinem in Greiz geborenen Schüler Felix Heller (1857 – 1931) eng verbunden. Seit Jahrzehnten dokumentieren Greizer Ornithologen den Vogelbestand im Park und kümmern sich um Nisthilfen.

In den zurückliegenden Jahrzehnten konnten bisher Vögel (Brutvögel, Durchzügler und Nahrungsgäste) aus 216 verschiedenen Arten im Park nachgewiesen werden. Mit etwas Glück kann von der Luftbrücke aus die Wasseramsel oder der exotisch anmutende Eisvogel beobachtet werden, wie er im Sturzflug kleine Fische in der Weißen Elster erbeutet.

Sogar Seeadler, Fischadler, Rohrweihe, Wanderfalke, Baumfalke, Schwarzstorch, Weißstorch und Wiedehopf streifen gelegentlich den Fürstlichen Park.

Brutvögel im Park

Auf Grund der reichhaltigen Naturausstattung brüten Vögel aus 64 verschiedenen Arten im Park (Stand 2015). Die Entenvögel sind mit Höckerschwan, Graugans, Stockente und Reiherente vertreten. Der zu den Lappentauchern zählende Haubentaucher zieht regelmäßig seit vielen Jahren zwei bis sechs Jungvögel auf, die er zuweilen schützend im Gefieder trägt. Vervollständigt werden die Wasservögel auf dem See durch das Blässhuhn. Das dicht am Ufer stehende Nest mit fünf bis zehn Eiern wird an Halmen und Ästen befestigt.

Bunt-, Mittel- und Kleinspecht sowie Grau- und Grünspecht markieren mit Trommelreihen und Rufen ab März ihre Reviere.

Am zahlreichsten tritt die Familie der Sperlingsvögel in Erscheinung. Schon im zeitigen Frühjahr werben Meisen, Stare, Drosseln und Finken mit ihren abwechslungsreichen Gesängen um die Gunst der Weibchen, gefolgt von Schnäppern, Laubsängern und Grasmücken. Der aufmerksame Besucher findet von Zeit zu Zeit auch die Wasseramsel und die Gebirgsstelze an der Weißen Elster oder die Rohrammer sowie den Neuntöter an den vier Kleinteichen in den Hammerwiesen. Sogar der Schlagschwirl hat hier in manchen Jahren sein Revier. Von herausragender Bedeutung war im Jahre 2012 die erfolgreiche Brut des Kleinen Sumpfhuhns, damals einziger Brutnachweis für Thüringen.

(Daten und Bilder wurden freundlicherweise von den Greizer Ornithologen Josef Lumpe und Wolfgang Simon bereitgestellt.)