Abendländischer Lebensbaum

Der Abendländische Lebensbaum gehört zu den immergrünen Gehölzen

Abendländischer Lebensbaum Thuja occidentalis L. (Nr. 114, s. „Schätze der Pflanzenwelt im Greizer Park“, Amtlicher Führer Special)

Der Abendländische Lebensbaum, auch Abendländische Thuja oder Gewöhnliche Thuja genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Lebensbäume (Thuja) in der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae).

Der Name Lebensbaum stammt von seiner im 18. Jahrhundert gebräuchlichen Bezeichnung "Arbor vitae" (lat. „arbor“ - Baum, „vita“ - Leben), möglicherweise seiner frisch aussehenden Blätter wegen. Nach dem Baum „thyon“, dessen wohlriechendes Holz die alten Griechen für ihre Brandopfer benutzten, benannte Linné die Gattung mit dem Namen Thuja.

Der Abendländische Lebensbaum ist in Ostkanada und den nordöstlichen USA mit einem Hauptverbreitungsgebiet rund um die Großen Seen heimisch. Dort gehört er zu den bedeutendsten Waldbaumarten. Im 16. Jahrhundert wurde er in Europa eingeführt.

Der Abendländische Lebensbaum ist ein immergrüner Baum. Er erreicht Wuchshöhen von etwa 20 Metern, wächst aber sehr langsam und zeigt eine charakteristische  säulenförmige Krone.

Die Art ist einhäusig getrenntgeschlechtig, es befinden sich also männliche und weibliche Zapfen an einem Pflanzenexemplar. Die Zapfen sind sehr klein; reichliches Vorkommen der hellbraunen weiblichen Zapfen führt dazu, dass die ganze Baumkrone hellbräunlich aussieht.

Das Holz, die Zapfen und die Zweigspitzen enthalten ätherische Öle aus Monoterpenen, wobei Thujon den größten Teil ausmacht. Der Verzehr dieser Pflanzenteile ist giftig, schon durch das Berühren der Zweigspitzen kann es auf den betroffenen Hautstellen zu Rötungen und Juckreiz kommen. Auch die Tiergiftigkeit kann dramatische Folgen haben. Andererseits finden die Inhaltsstoffe Anwendung in homöopathischen Zubereitungen.

Es gibt ca. 300 benannte Formen bzw. Sorten des Abendländischen Lebensbaumes. Regelrecht in Massen werden heute zwergwüchsige Thuja-Zuchtformen angepflanzt - auf Friedhöfen, vor allem aber als ganzjährig blickdichte Hecken in Wohngrundstücken. Diese Uniformierung der Gärten ist leider auch verbunden mit der Schaffung von Lebensraum-„Wüsten“, denn Thuja-Hecken haben nahezu keinen ökologischen Wert als Lebensraum für Vögel, Kleintiere und Insekten.  

Das Exemplar Nr. 114 wurde bereits etwa 1875 gepflanzt, hat eine Höhe von ca. 17 m, einen Kronendurchmesser von ca. 8 m und einen Stammdurchmesser von ca. 35 cm.

Weiteres Exemplar: Nr. 31 (1950er Jahre, im Pinetum)